Im Frühjahr 2013 organisierte der Friedrich-Bödecker-Kreis NRW e.V. gemeinsam mit den Kooperationspartnern jugendstil Dortmund (LAG Jugend und Literatur NRW e.V.), der Emschergenossenschaft und dem Verein der Emscher-Freunde e.V. ein Schreibwerkstättenprojekt der besonderen Art. Bereits 2012 wurde "Am Fluss entlang schreiben" mit dem Kooperationspreis des Initiativkreises Ruhr ausgezeichnet, 2014 belegte das Projekt des zweiten Platz des Jugendkulturpreises NRW. Ergebnis des Projektes ist der Roman "Stromabwärts. Ein Emscher-Roadmovie", geschrieben von 64 Jugendlichen. Das Projekt legte den Grundstein für die Projektfamilie "FlussLandStadt. Eure Heimat - euer Roman".

 

Das Projekt

Unter dem Titel „Am Fluss entlang schreiben“ schrieben insgesamt 64 Jugendliche aus sieben Städten der Emscherregion (Dortmund, Castrop-Rauxel, Herten, Gelsenkirchen, Bottrop, Oberhausen und Duisburg) mit Hilfe von professionellen Autoren eine Erzählung entlang der Emscher. Dortmunder Jugendliche schrieben das erste Kapitel, auf das die anderen Städte dann sukzessive aufbauten. Jede Gruppe hatte jeweils nur eine Woche zum Schreiben zur Verfügung, dann wurde der Staffelstab (eine symbolische Flaschenpost, die jeweils das letzte Kapitel beinhaltete) an die nächste Stadt weitergereicht. Das letzte Kapitel übernahmen die Duisburger Jugendlichen.

Im Mittelpunkt der Geschichte stand - wie sollte es auch anders sein - der Fluss, der die sieben Städte verbindet und symbolisch für den Strukturwandel der Region steht: die Emscher.

Inspiriert wurden die Teilnehmer von Orten an der Emscher (Exkursion) und fachlichem Input durch die Emschergenossenschaft. Dabei lernten die Teilnehmer interessante Fakten über das Gewässer: seine industrielle Vergangenheit, den Emscher-Umbau samt Renaturierung, spannende Fakten über Natur, Technik und Kunst rund um den Wasserlauf. Und entdeckten so die Region, in der sie selbst leben, aber auch die Welt, in der ihre Erzählung spielt.

Unterstützt wurden sie dann in je drei Schreibwerkstätten pro Stadt von den Autoren Inge Meyer-Dietrich und Sascha Pranschke. Beide verfügen über langjährige Erfahrungen in der Durchführung von Schreibwerkstätten mit Kindern und Jugendlichen.

Statements von Teilnehmern des Projektes finden Sie in unserem Schülerblog.

 

Partner und Förderer

"Am Fluss entlang schreiben" ist ein Kooperationsprojekt von jugendstil - dem kinder- und jugendliteraturzentrum nrw (Projektträger) mit dem Friedrich-Bödecker-Kreis NRW, der Emschergenossenschaft und dem Verein Emscher-Freunde e.V. 

Es wird gefördert mit Sonderprojektmitteln des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport NRW sowie mit Mitteln der Emschergenossenschaft und dem Preisgeld aus dem Kooperationspreis RUHR (gestiftet vom Initiativkreis Ruhr und der RAG Stiftung).

 

 

Eine doppelt ausgezeichnete Projektidee

Bereits für die Projektidee wurde das Projektteam 2012 ausgezeichnet: "Am Fluss entlang schreiben" erreichte mit der Projektidee den dritten Platz in der Kategorie B (Vereine) des Ideenwettbewerbs Kooperation Ruhr, der vom Initiativkreis Ruhr und der RAG Stiftung ausgelobt wurde. Der mit 10.000 Euro ausgelobte Preis sicherte die finanzielle Basis des Projekts. Die Jury begründete die Entscheidung wie folgt: „Wer etwas aufschreibt und sich damit beschäftigt, verliert die Gleichgültigkeit. Das Geschriebene wird automatisch Gegenstand der Reflexion. Die Schüler lernen zudem etwas über die Geschichte, die Geografie und die Natur der Region. Eine schöne Bildungskooperation. Wir sind schon gespannt auf das Ergebnis.“ (Jan-Peter Nissen, Geschäftsführer des Initiativkreises Ruhr, in seiner Laudatio)

Ein Fluss als Quell der Inspiration, WAZ Herne über das Projekt (26.07.2012)

2014 wurde "Am Fluss entlang schreiben" erneut ausgezeichnet: Das interkommunale Projekt wurde mit dem 2. Platz des Jugendkulturpreises NRW 2014 der LAG Kulturpädagogische Dienste (LKD) und der Landesvereinigung Kulturelle Jugendarbeit (LKJ) ausgezeichnet. Aus der Begründung der Jury: „Hervorzuheben ist der immense partizipative Anteil der jugendlichen Autoren, deren Ideen, Themen und Sichtweisen immer im Vordergrund stehen. Ein städteübergreifendes Kooperationsprojekt, das mit seiner originellen Staffel-Idee und dem literarisch gelungenen Produkt die Jury überzeugt hat.“

 

Das Buch

Ergebnis des Schreibwerkstättenprojekts ist ein Roman, der Mitte September 2013 im Klartext Verlag erschien.

 

 „Hör gefälligst auf zu schreien!“, brüllte er.

„Du warst doch derjenige, der angefangen hat!“, erwiderte sie.

Nicht auszuhalten, dass seine Eltern dauernd streiten, findet der sechzehnjährige Felix und haut kurzerhand ab. Aber kann er seine beste Freundin Ella zurücklassen? Und den Goldfisch Henry, der bei den streitenden Eltern sicherlich verhungert? Henry wird kurzerhand in die Freiheit entlassen: Felix wirft ihn an seinem Lieblingsplatz in Dortmund in die Emscher. Denn dort ist der Fluss, vormals Abwasserkanal des Ruhrgebiets, schon wieder sauber und natürlich. Ella lässt sich nicht so schnell abschütteln. Dickköpfig beharrt sie darauf, Felix auf seiner Flucht zu begleiten. So brechen die beiden zu zweit auf – entlang der Emscher.

Roman Malakoff, Privatdetektiv, ist ihnen dicht auf den Fersen. Auch Henry setzt verzweifelt alles daran „seinen“ Menschen zu finden. Und dann ist da noch die geheimnisvolle Lucy, die sich ebenfalls aufmacht, Felix und Ella zu folgen: Welches Geheimnis verbirgt sie?

 

70 Jugendliche haben diesen Roman 2013 gemeinsam geschrieben. So vielfältig wie seine Autoren ist auch der Roman selbst: realistisch, fantastisch, witzig, spannend und romantisch, Detektiv-, Fantasy- und Liebesroman. Aber auch eine Geschichte über Freundschaft. Und über die Emscher, den Charakterfluss des Ruhrgebiets.

Bestellen Sie das Buch hier.

 

Und lesen Sie hier einen Bericht über den langen Weg vom "fertigen" Manuskript zum Buch "Stromabwärts". 

Auch die WAZ berichtet über das Buch und lässt dabei die jugendlichen Schreiber zu Wort kommen: "Jugendliche schreiben Emscher-Buch. Saga von der Köttelbecke"

Bericht von Sandra Anni Lang im Blog von LABKULTUR: "Von Dortmund nach Duisburg: Am Fluss entlang schreiben"

Teilnehmerin Sara Alhakim berichtet über Projekt und Buch in unserem Schülerblog.

Aus einer Buchbesprechung der WAZ vom 11.11.2013:

"Im Klartext-Verlag ist mit „Stromabwärts“ ein 160-seitiges „Emscher-Roadmovie“ erschienen, das es weder so noch so ähnlich je gegeben hat. (…) Das Ganze liest sich wirklich erstaunlich flüssig, und das nicht nur, wenn man weiß, dass die jungen Autorenteams nach jeweils einer Woche und an der nächsten Flussstation die Geschichte und die Schreibfeder an die nächste Gruppe weitergereicht haben. So vereinen sich in „Flussabwärts“ Heimatkunde und Fantasie, Autorenstolz und Gruppenglück aufs Schönste."

(Zum kompletten Artikel von Jörg Bartel geht es hier.)

 

Am-Fluss-entlang-Schreiber mit ihrem Werk "Stromabwärts. Ein Emscher-Roadmovie" anlässlich der Book Release Party am 13.10.2013 im Kunstmuseum Bochum

Bericht über die Book Release Party in den Ruhrnachrichten: "Jugendliche schreiben Emscher-Buch"

 

Hintergründe zum Projekt

Die Exkursionen

Holzwickede: Emscherquelle
Dortmund: "Negerdorf" - ehemalige Bergarbeitersiedlung an der Emscher
Castrop-Rauxel: Wasserkreuz
Herten: Emscherbruch & Emscherinsel
Gelsenkirchen: Revierpark & Schwarzbach
Bottrop: Emscherkunst & Bernemündung
Oberhausen: Kaisergarten & Slinky Springs to Fame
Duisburg: Emscherklärwerk

 

Die Schreiborte

Auftakt: Emscherquellhof in Holzwickede
Dortmund: Haus Schulte-Witten
Castrop-Rauxel: Rathaus Castrop-Rauxel; AGORA Kulturzentrum
Herten: Anwenderzentrum Zeche Ewald; Schloss-Hotel Westerholt
Gelsenkirchen: Kinderburg im Revierpark Nienhausen
Bottrop: BernePark
Oberhausen: Ludwiggalerie Schloss Oberhausen
Duisburg: Klärwerk "Alte Emscher"; Museum der deutschen Binnenschifffahrt; Stadtteilbibliothek Beeck
Abschluss: Emschergenossenschaft

Wie danken unseren Gastgebern in den verschiedenen Städten!

 

Projektbericht

Station 1: Auftakt in Holzwickede

Den Startschuss setzte am 18. Januar 2013 eine Gruppe mit Vertretern aller sieben Städte.

"Da jede Geschichte, wie jeder Fluss auch, einen Anfang braucht, fand die Auftaktveranstaltung gestern an der Quelle der Emscher statt. (...) So qualmten schließlich die Köpfe, um einen passenden Rahmen zu finden, der Platz lässt für verschiedene Geschichten aus den einzelnen Städten." (aus dem Hellweger Anzeiger vom 19.01.2013)

Inge Meyer-Dietrich berichtet über den Auftakt:

"Nach einer Busfahrt von Duisburg bis zum Quellhof in Holwickede wurden die 23 Teilnehmer durch Dr. Martina Oldengott mit einem sehr informativen Vortrag über die Geschichte der Emscher und das gewaltige Renaturierungsprojekt eingestimmt. Nach dem gemeinsamen Mittagessen bekamen wir von Frau Drzisga eine Führung durch das von der Emschergenossenschaft erworbene und unter ökologischen Gesichtspunkten restaurierte Quellhof-Gebäude. Herr Drzisga nahm uns dann mit in den zaubrisch verschneiten Garten und erklärte uns die Besonderheiten dieses Anwesens.

Danach begann die Schreibwerkstatt. Die Jugendlichen machten viele Vorschläge zu Figuren und möglichen Handlungssträngen für die Geschichte, die in den nächsten Wochen entstehen soll. Es zeigte sich bald, dass durchaus unterschiedliche Genres bevorzugt werden, d.h. neben Fantasy auch realistische Texte, Liebesgeschichten, Krimis, Historisches … Als einen der vielen Vorschläge hielten wir fest: Die Emscher könnte etappenweise immer wieder als Ichfigur mit Erzählstimme auftreten. Wir diskutierten, wie Figuren (etwa ein Detektiv, ein Straßenmusiker, von zu Hause ausgerissene Jugendliche, aber auch Fabelwesen) sich an der Emscher entlang bewegen und einander innerhalb der Geschichte begegnen könnten.

Erstaunlich war das Ergebnis, als jede/r eine konkrete Rollenbiografie für eine Hauptfigur der Geschichte entwerfen sollte. Fast alle Jugendlichen hatten realistische Personen ihres Alters ausgewählt, die kreativ (malen, schreiben Tagebuch), manchmal verträumt und in sich gekehrt waren, häufig naturverbunden die Emscher als Sehnsuchtsort, Zufluchtstätte und manchmal auch als Ausgangspunkt für das Ausreißen von zu Hause betrachteten. Wir waren schon so vertieft und lebhaft in die Vorbereitungsphase eingestiegen, dass wir die vorgesehene Zeit überschritten und die Busfahrer auf uns warten mussten, um alle wieder in ihre Heimatorte entlang der Emscher zurückzubringen.

Vorfreude und Gespanntsein auf die kommenden Schreibwerkstätten steigen."

 

Station 2: Erstes Kapitel in Dortmund

Am 25. Januar legte die Dortmunder Gruppe los, um ein erstes Kapitel zu schreiben und den Staffelstab dann an die Gruppe aus Castrop-Rauxel weiterzugeben. 

... in einer Zeit, in der das Wünschen noch geholfen hat, ein schöner sauberer und wild mäandrierender Fluss in einer kaum besiedelten Sumpflandschaft ...

So könnte eine Erzählung über die Emscher anfangen. Über diesen Fluss, der mitten durchs Ruhrgebiet fließt und es doch nicht geschafft hat, aus diesem Ballungsraum der Montanindustrie das Emschergebiet zu machen. Über den Fluss, der jahrzehntelang der offene Abwasserkanal des Ruhrgebiets war.

Eine Erzählung über die Emscher könnte aber auch so beginnen:
„Hör gefälligst auf zu schreien“, meinte er.
„Du warst doch derjenige, der angefangen hat!“, erwiderte sie.
„Er kann dich hören“, antwortete er ruhig.

Das ist der Einstieg, den Kim, eine Neuntklässlerin aus Dortmund-Dorstfeld, für eine Erzählung gewählt hat, die entlang der Emscher spielt. Sie gehört dem Dortmunder Team an, das gemeinsam unter Anleitung der Autoren Inge Meyer-Dietrich und Sascha Pranschke Figuren entwickelte, die an der Emscher leben, deren Erlebnisse in literarischer Form aufschrieb und sich einen Plot überlegte, der die Figuren verbindet.

"Der alten Emscher trauert zwar niemand nach, dennoch fürchtet die Emschergenossenschaft einen Verlust der Erinnerung und damit den Verlust der Wertschätzung der Renaturierungsleistung. Die Erinnerung soll jetzt die Jugend bewahren, die die Emscher im Wandel kennengelernt hat. In Form einer Erzählung. Am Freitag trafen sich im Kinder- und Jugendliteraturzentrum Jugendstil im Schulte-Witten-Haus die ersten Jugendlichen zu einer Schreibwerkstatt." (aus den Ruhrnachrichten Dortmund vom 26.01.2013, den ganzen Artikel können Sie hier nachlesen)

Fotos: smd

 

Station 3: Zweites Kapitel in Castrop-Rauxel

Pünktlich Anfang Februar erfolgt dann – in Castrop-Rauxel – die Übergabe des Staffelstabs in Form einer Flaschenpost: Die Dortmunder Gruppe trifft dort auf neun Castroper Jugendliche. Die Profi-Autoren bleiben die gleichen. Auch sie sind nach Castrop-Rauxel weitergereist. Aber noch jemand ist in Castrop-Rauxel aus der S-Bahn gestiegen: Felix, der Ausreißer. Die Roman-Figur. Mit seiner Freundin Ella. Höchst übereilt. Denn jemand ist ihnen dicht auf den Fersen ...

Damit die Castroper gerüstet sind für das zweite Kapitel, bekommen auch sie eine Einleitung per Exkursion (ans Wasserkreuz in Castrop, wo Rhein-Herne-Kanal, Emscher und der neue unterirdische Emscher-Abwasserkanal sich kreuzen) und eine Präsentation. Mindestens genauso wichtig an diesem Punkt jedoch: Sie erleben eine mehrteilige Dichterlesung. Das ganze erste Kapitel lesen die Dortmunder ihnen vor. Die Castroper lauschen gebannt. Die Dortmunder geben das Kapitel vertrauensvoll aus der Hand. Und wie sich zeigt: in weitere gute Hände. Unerwartet schnell entscheidet sich jeder der Castroper Teilnehmer für eine Figur: Aus Nebenfiguren werden spontan temporäre Hauptfiguren. Neue Figuren kommen hinzu. Aber eines steht fest: Felix und Ella bleiben auch in Castrop auf der Flucht.

Aus der WAZ vom 03.02.2013:

„Wir wollen mit dem Projekt zum einen Bewusstsein für die Veränderungen entlang der Emscher schaffen“, erläutert Organisatorin Meyer-Dietrich, „zum anderen wollen wir bei den Jugendlichen aber vor allem Interesse für Literatur wecken.“ Doch bei den Castrop-Rauxeler Schülern ist das ganz offensichtlich längst erwacht. (den ganzen Artikel nachlesen können Sie hier)

Aus den Ruhrnachrichten vom 04.02.2013:

"Heute nehmen Lucas Fladung und seine acht literarischen Mitstreiter die Griffel in die Hand. (...) Sie knüpfen an die Erzählstränge an, die die Dortmunder in der vergangegen Woche entwickelten."

In Castrop-Rauxel wird der Staffelstab zum ersten Mal weitergereicht ... am Fluss entlang (Fotos; Frank Vinken, 2013)

 

Station 4: Drittes Kapitel in Herten

Der Roman wird weiter an der Emscher entlang gereicht. Eine Hertener Gruppe bekommt den Staffelstab überreicht. Und fängt gleich voller Kreativität an zu schreiben. Einen Tag lang schreiben sie sogar ganz herrschaftlich im Schloss Westerholt. Und auch die fiktiven Ausreißer Felix und Ella residieren hier eine Nacht lang.

Aus dem Stadtspiegel Herten im Februar 2013:

"Eines steht aber jetzt schon fest: Die literarische Arbeit hat den Teilnehmerinnen viel Spaß gemacht."

Aus der Hertener Allgemeinen vom 12.02.2013:

"Den Schülerinnen juckt es sichtlich in den Fingern. Sie wollen nur eines: schreiben."

Staffelstabsübergabe (Castrop-Rauxel an Herten) und weitere Schreibstunden (in Herten) - Fotos: smd

 

Station 5: Viertes Kapitel in Gelsenkirchen

Wie soll man in einen Projektantrag das Strahlen einkalkulieren, das sich auf den Gesichtern der Jugendlichen ausbreitet, wenn sie ihre selbstverfassten Texte vorlesen und Lob und Applaus von den anderen Teilnehmern und den Werkstättenleitern ernten? Wie soll man den Wert einplanen, den ein solches Projekt für die TeilnehmerInnen hat? Unberechenbar auch: die Kreativität, die Motivation, die Offenheit, die Disziplin der Teilnehmer. Manche von ihnen schreiben das erste Mal literarische Texte. Es ist harte Arbeit für sie. Aber sie lassen sich darauf ein. Nehmen Tipps an. Wagen das Experiment. Und unberechenbar sind ihre Texte, die uns in schöner Regelmäßigkeit, jede Woche wieder, von den Socken hauen. Die berühren, interessieren, nachdenklich stimmen, in Traumwelten entführen, zum Lachen bringen. Uns ernsthaft begeistern.

"Das Projekt richtet sich an Neuntklässler aller Schulformen. In Gelsenkirchen sind Schüler der Gesamtschule Buer-Mitte und der Hauptschule am Eppmannsweg dabei. Wobei es kein Schulprojekt ist. Die Kinder investieren ihre Freizeit in das Projekt." (aus der WAZ vom 17.02.2013, den ganzen Artikel gibt es hier nachzulesen)

Aus dem Stadtspiegel Gelsenkirchen im Februar 2013:

"Der Gewinn, den die Jugendlichen aus dem Projekt davontragen, dürfte den Einsatz aber wert sein: Neben neuen Erkenntnissen über die eigene Region und übers Schreiben werden sie im Herbst den greifbaren Erfolg in Händen halten können: Ein Buch, das sie gemeinsam geschrieben haben."

Die Hertener reichen den Staffelstab an die Gelsenkirchener - die schreiben fleißig weiter (Fotos: Frank Vinken, 2013)

 

Station 6: Fünftes Kapitel in Bottrop

In Bottrop wird der Roman so richtig romantisch. Und das ausgerechnet in einem ehemaligen Klärwerk ...

"Was Ende Januar in Dortmund begann, führen fünf HHG-Schülerinnen in Bottrop fort. Sie schreiben ihr Kapitel der Erzählung, in dem es Felix und Ella von Dortmund über Castrop-Rauxel und Herten nach Gelsenkirchen verschlagen hat." (Aus der WAZ Bottrop vom 22.2.2013. Den kompletten Artikel können Sie hier nachlesen.) 

Aus dem Stadtspiegel Bottrop im Februar 2013:

"„Das Projekt soll bei Jugendlichen sowohl ein Bewusstsein für die umliegende Natur als auch ihr Interesse an Literatur wecken. Deswegen zieht sich die Emscher wie ein roter Faden durch die Handlung“, erklärt Dr. Sarah Meyer- Dietrich vom Friedrich-Bödecker-Kreis NRW, einer der Initiatoren."

Teilnehmerin Vanessa Vohs schreibt über die Station in Bottrop: "Dem letzten Tag unseres Schnupperkurses in die Welt eines Autoren blickten wir mit Traurigkeit entgegen, denn wir alle hätten gerne noch viel mehr Zeit mit dem Schreiben verbracht." (aus dem Lokalkompass Bottrop im Februar 2013. Den kompletten Artikel von Vanessa Vohs können Sie hier nachlesen.)

Aus der Bottrop Mittendrin vom 09.03.2013:

"„Innerhalb des Emscher-Umbaus können wir mit der Schreibwerkstatt die Menschen direkt erreichen und durch den Blick der Schüler eine andere Wahrnehmung erhalten“, so Prof. Dr. Martina Oldengott von der Emschergenossenschaft."

Bottrop: zur Arbeit gehören auch inspirierende Präsentationen und Diskussionen (Fotos: Frank Vinken, 2013)

 

Station 7: Sechstes Kapitel in Oberhausen

In Oberhausen spielt natürlich die Brücke "Slinky Springs to Fame" eine Rolle. Und der Altarm der Emscher, das einzige ganz natürlich verbliebene Stück dieses Flusses. Dort fühlt sich nicht nur unsere Emscherfee Lucy wohl ...

Aus der WAZ Oberhausen vom 02.03.2013:

"Die Akteure der Geschichte entspringen der Fantasie des Jung-Autoren-Teams, der Ort des Geschehens hingegen nicht. Zum Workshop gehört, dass die Jugendlichen den Emscherverlauf dort, wo ihr Kapitel spielt, kennen."

Am Fluss ... in Oberhausen wird der Roman weitergereicht (Fotos: Frank Vinken, 2013)

 

Station 8: Siebtes Kapitel in Duisburg

Eine Erzählung ist entstanden. Rund 160 Seiten stark. Eine Erzählung, die mal spannend, mal lustig, mal traurig, mal romantisch ist. Fantastisch und realistisch. In Vergangenheit und Gegenwart spielend. Mit vielen Schauplätzen entlang der Emscher. Eine Erzählung, die aus sieben Kapiteln besteht. Jugendliche jeder Stadt haben eins geschrieben. In jeder Stadt mussten sie sich darauf einlassen, Fäden einer Geschichte weiterzuspinnen, die andere entwickelt hatten. In jeder Stadt mussten die Jugendlichen genau hinschauen und hinhören, um in einer Präsentation und einer Exkursion etwas über die Emscher zu lernen, die Spielort der Geschichte und manchmal auch Protagonistin war. In jeder Stadt mussten die Jugendlichen (im Schnitt pro Stadt zehn) sich miteinander arrangieren, gemeinsam das Gerüst des Kapitels entwickeln, Schreibaufgaben zuordnen (wer schreibt welchen Faden weiter, aus wessen Perspektive) und sich auf Geschehnisse einigen, ehe sie dann allein oder zu zweit mit dem Schreiben begannen. In jeder Stadt mussten die Jugendlichen ihre Texte auch dem Urteil der anderen preisgeben und umgekehrt lernen, den anderen Jugendlichen ihr Feedback zu geben.

"Am groben Rechen des Klärwerks „Alte Emscher“ geht die Reise der symbolischen Flaschenpost zu Ende. Ben Opgen-Rhein vom Heinrich-Heine-Gymnasium in Oberhausen legt sie in die Hände von Buket Yariskan von der Theodor-König-Gesamtschule in Beeck."

(aus der WAZ Duisburg vom 9.3.2013. Den kompletten Artikel können Sie hier nachlesen.)

Die Oberhausener reichen den Staffelstab an Duisburg weiter, wo das Ende der Geschichte geschrieben wird (Fotos: Frank Vinken, 2013)

 

Station 9: Abschlussworkshop in Essen

Nachdem die Jugendlichen aller sieben Städte sukzessive ihre Kapitel geschrieben hatten, erfolgte eine gemeinsame Abschlusswerkstatt, an der erneut nur Vertrete-rInnen jeder Gruppe teilnahmen. Ziel der Werkstatt waren das letzte Feilen an Texten, die Findung eines Titels für die Erzählung („Stromabwärts – ein Em-scher-Road-Movie“) und ausführliche Feedbackrunden. Zudem erfolgte eine schriftliche Evaluation, in der die Teilnehmer ein sehr positives Feedback gaben.

Foto: Frank Vinken, 2013

 

Die Lesereise

Anlässlich der Veröffentlichung des Romans organisiert der Friedrich-Bödecker-Kreis NRW eine Lesereise durch die beteiligten Städte.

Termine und Orte der Lesereise:

 

Sonntag, 17.11.2013 // 15 Uhr
Ludwiggalerie Schloss Oberhausen
Konrad-Adenauer-Allee 46
46049 Oberhausen

Dienstag, 19.11.2013 // 19:30 Uhr
bluebox
Ebertstr. 10
45879 Gelsenkirchen

Donnerstag, 21.11.2013 // 19 Uhr
BernePark
Ebelstraße 25a
46242 Bottrop

 

Donnerstag, 28.11.2013 // 19 Uhr
Theodor-König-Gesamtschule
Aula im Altbau
Mühlenkampstr. 10
47139 Duisburg

Dienstag, 3.12.2013 // 19:30 Uhr
AGORA Kulturzentrum
Zechenstr. 2A
44581 Castrop-Rauxel

Freitag, 6.12.2013 // 18 Uhr
Schulte-Witten-Haus
Wittener Str. 3
44149 Dortmund

Büchertische werden von folgenden Buchhandlungen organisiert: Shop der Ludwiggalerie, Junius Buchhandlung Gelsenkirchen, Humboldt Buchhandlung Bottrop, Buchhandlung Lesezeichen Duisburg, Leselust Castrop-Rauxel, Transfer Buchhandlung Dortmund.

Der Friedrich-Bödecker-Kreis NRW dankt den Gastgebern der Lesereise, sowie den Sponsoren und Förderern, ohne die die Lesereise nicht möglich gewesen wäre:

 

Mehr über das Projekt

Beiträge über das Projekt im Blog der RWE Stiftung:

Beitrag I finden Sie hier.

Beitrag II finden Sie hier.

Beitrag III finden Sie hier.

Beitrag IV finden Sie hier.

 

Beiträge über das Projekt im Newsletter "fließend lernen" der Emschergenossenschaft:

Beitrag I finden Sie hier.

Beitrag II finden Sie hier.

Beitrag III finden Sie hier.

 

Essay mit Projektbezug im Emscherplayer:

Sich die Welt zu eigen machen - Aneignung von regionalen Räumen durch Schreiben

 

O-Töne von Teilnehmern, Werkstättenleitern und Organisatoren im Emscherplayer:

Links bei uns im Blog

 

Besonderes Extra: Zwei Teilnehmerinnen des Projekts (Anna Matheußek und Darleen Matthei) haben für ein Schulprojekt den Anfang des entstandenen Romans verfilmt, Prädikat: absolut sehenswert!

 

Weitere Infos gibt es auf Facebook.