Tatort Hellweg-Bahn? Nicht zuletzt dank des "Mord am Hellweg"-Festivals ist Westfalen für seine Krimilandschaft bekannt. Das Festival, der Friedrich-Bödecker-Kreis NRW und die Emschergenossenschaft organisierten in diesem Rahmen ein Herbstferien-Schreibwerkstattprojekt für Jugendliche aus der Region, die sich Westfalen kriminalistisch erschreiben und damit auch dem erwachsenen Krimileser neue Perspektiven eröffnen. Das Projekt versteht sich als Teil der Projektfamilie "FlussLandStadt. Eure Heimat - euer Roman". Ergebnis des Projekts ist die Erzählung "Endstation Emscher" (Klartext Verlag, 2015).

Ein Hellweg-Krimi (Grafik: Benjamin Bäder)

 

Die Idee

11 Jugendliche aus Unna und Umgebung schrieben in den Herbstferien 2014 gemeinsam eine Kriminalerzählung mit Regionalbezug. Inspiriert wurden sie durch eine Zugreise mit der sogenannten Hellweg-Bahn zwischen Dortmund und Unna und durch eine Exkursion an die Emscherquelle in Holzwickede (zwischen Dortmund und Unna). Gemeinsam mit Krimiautor Sascha Pranschke, Projektleiterin Sarah Meyer-Dietrich und Prof. Dr. Martina Oldengott von der Emschergenossenschaft gingen sie kriminalistischen Fragen nach.

Auf den Recherchetag folgten Schreibtage, an denen die Jugendlichen zunächst den Plot ihrer Krimierzählung entwickelten, um dann jeweils einzelne Fragmente der Erzählung zu schreiben, die sich zu einem Ganzen zusammenfügen. Die entstandene Erzählung wird im Rahmen der ExtraFahrt von "Mord am Hellweg VII" präsentiert und in einem Buchprojekt publiziert.

Partner & Förderer

Das Projekt ist eine Kooperation zwischen dem Festival „Mord am Hellweg VII“ (Westfälisches Literaturbüro in Unna e.V. und Kreisstadt Unna, Bereich Kultur), der Gemeinschaftskampagne Busse & Bahnen NRW, dem Friedrich-Bödecker-Kreis NRW e.V. und der Emschergenossenschaft.

Hauptförderer und Medienpartner von „Mord am Hellweg VII“ sind das Land Nordrhein-Westfalen, die Stiftung RUHR.2010, die Gemeinschaftskampagne Busse & Bahnen NRW, die Sparkasse UnnaKamen, der WDR 5 und WELT am SONNTAG.

 

 

Ablauf der Werkstatt

Tag 1 (11.10.2014): Treffen im Nikolaihaus in Unna. Kennenlernen und Vorbereitungen für den Recherchetag.

Tag 2 (13.10.2014): Recherchetag in der hellweg-Bahn und an der Emscherquelle. Plotentwicklung im Emscherquellhof.

Tag 3-6 (14.-17.10.2014): Schreibtage im Nikolaihaus in Unna.

Entstanden ist die Erzählung "Endstation Emscher".

Der siebzehnjährige Miroslav wird nach einem Unwetter tot in der Emscher bei Dortmund gefunden. Kriminalkommissarin Martha Nath ermittelt. Da Miro der Freund seiner Nichte Marie war, schaltet sich, nicht gerade zur Begeisterung von Martha, Privatdetektiv Malakoff mit ein. Die Spuren führen nach Unna in die Sprayerszene, aber auch in die digitale Welt der Blogs und Facebook. War Miros Tod ein Unfall oder Mord? Oder war es ganz anders? Erschwert wird die Suche für Malakoff noch durch die ärgerliche Tatsache, dass sein Auto kaputt ist. Da muss der bequeme Detektiv doch glatt auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen und fährt mit der Hellweg-Bahn zwischen Dortmund, Holzwickede und Unna hin und her. Die Suche nach den Hintergründen führt Martha Nath und Roman Malakoff buchstäblich an die Quelle zurück: Ganz in der Nähe der Emscherquelle finden sie einen Hinweis, der schließlich zur Lösung des Falls führen könnte.

Pressestimmen

"Wer ermordet wird, wie der Mord geschah, ob es Zeugen gab und wie sich die Ermittlungen schließlich gestalten – all das entspringt derzeit der Fantasie der Jugendlichen, die nach intensiver Recherche ihre Gedanken zu Papier bringen."

Aus dem Hellweger Anzeiger Unna vom 15.10.2014

"Unter der Leitung von Krimi-Autor und Werkstattleiter Sascha Pranschke, der Projektleiterin Sarah Meyer-Dietrich und Prof. Dr. Martina Oldengott von der Emschergenossenschaft erkundeten sie die Hellweg-Bahn und schlossen eine Exkursion an die Emscherquelle in Holzwickede an. Im Emscherquellhof tagte die Gruppe schließlich, um erste Ideen für den Plot zu sammeln."

Aus dem Hellweger Anzeiger Holzwickede vom 16.10.2014

 

Von der Plotentwicklung zum Schreiben.

 

ExtraFahrt am 26.10.2014 und Buchveröffentlichung

Die jugendlichen Autoren präsentierten ihre Erzählung am 26.10.2014 im Rahmen des Festivals „Mord am Hellweg“. Gleich zweimal gabt es an diesem Tag im Katharinenhof in Unna die Chance, Auszüge aus "Endstation Emscher" zu hören.

Die Kriminalerzählung erschien als Nachfolgeband von „Stromabwärts. Ein Emscher-Roadmovie“ und „Grenzgänger. Ein Ruhrpott-Roadmovie“ unter dem Titel "Endstation Emscher. Zwei Hellweg-Krimis" gemeinsam mit dem Theaterstück aus dem Projekt "Zwischen uns" 2015 im Klartext Verlag. Am Am 7. Juni 2015 präsentierten die Autoren mit Leseproben und Talkenden ihr Buch in der Zeche Carl.

Aus dem Klappentext: Privatdetektiv Roman Malakoff ist tief erschüttert. Nach einem Unwetter wird die Leiche des siebzehnjährigen Miroslav in der Emscher gefunden. Der Fall geht Malakoff ganz persönlich an. Denn Miro war der Freund seiner Nichte Marie. Bei seinen Ermittlungen zwischen Dortmund, Unna und Holzwickede gerät er immer wieder mit Kriminalkommissarin Martha Nath aneinander, die genauso wie er dauernd auf dem Holzweg zu sein scheint. War es ein Unfall? Oder Mord? Egal ob Sprayerszene oder Mutproben-Gruppe, alle Spuren scheinen im Nichts zu verlaufen … 11 Jugendliche aus Unna, Dortmund und Umgebung haben diese Erzählung geschrieben, die sich rund um Detektiv Roman Malakoff dreht, der auch schon in den Romanen „Stromabwärts. Ein Emscher-Roadmovie“ und „Grenzgänger. Ein Ruhrpott-Roadmovie“ ermittelte. Und weil ein Hellweg-Krimi selten allein kommt, geht es gleich in Castrop-Rauxel weiter, wo den Leser ebenfalls ein Wiedersehen mit alten Bekannten aus „Stromabwärts“ erwartet.

 

Projektfamilie FlussLandStadt

Als Nachfolgeprojekt von „Am Fluss entlang schreiben“ (2013) „Quer durch die Städte schreiben“ (2013) und „Picknick im Park“ (2014) ist "Mord in der Hellweg-Bahn" Teil der Projektfamilie "FlussLandStadt. Eure Heimat - euer Roman".

Die literarischen Texte der Projektfamilie sind durch Überschneidungen in der Personenkonstellation lose inhaltlich untereinander und mit den bereits erschienenen Romanen verbunden. So spielte Privatdetektiv Roman Malakoff bereits in „Stromabwärts“ und „Grenzgänger“ eine Rolle.