1986 wurde die Zeche Zollverein, das ehemals größte und leistungsfähigste Steinkohlenbergwerk Europas, stillgelegt. Seit 2001 als UNESCO-Welterbe anerkannt, ist das Areal um Zeche und Kokerei Zollverein heute ein lebendiger Standort. Die Industrieanlagen, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, werden täglich von interessierten Besuchern besichtigt. Der ZOLLVEREIN® Park bietet Platz für seltene Flora und Fauna. Und der Stoppenberger Bach, einer der vielen Bäche im Emschersystem, wartet darauf, von einer Köttelbecke in einen naturnah gestalteten Bach verwandelt zu werden. So ist das Areal ein idealer Handlungsort für die Erzählung "Picknick im Park". Das Projekt versteht sich als Teil der Projektfamilie "FlussLandStadt. Eure Heimat - euer Roman".

Fotos: Frank Vinken

 

Die Idee

Eine Gruppe Jugendlicher zwischen 14 und 17 Jahren aus Essen erschrieb sich den ZOLLVEREIN® Park, also das Gelände um die Zeche und die Kokerei Zollverein. Sie entdeckten an einem Exkursionstag im Mai 2014 das Areal rund um das Welterbe Zollverein und schrieben an vier darauf folgenden Werkstatttagen unter Anleitung der Autoren Sascha Pranschke und Inge Meyer-Dietrich sowie der Projektleiterin Sarah Meyer-Dietrich gemeinsam die Erzählung „Picknick im Park“.

Zollverein wurde das Umfeld, in dem die Erzählung spielt. Durch den literarischen Umgang damit erschlossen sich die Jugendlichen einerseits neue Ausdrucksweisen und eigneten sich andererseits ihr eigenes Umfeld schreibend an, indem sie verschiedenste Aspekte, die sie im Rahmen der Exkursion über den ZOLLVEREIN® Park gelernt hatten, in die Erzählung einfließen ließen.

 

 

 

 

Die Partner & Förderer

Das Projekt „Picknick im Park“ ist Teil des Programms von „Welterbe Zollverein - Mittendrin“ und fand begleitend zu der Ausstellung „Produktive Stadtlandschaften“ (Kammgebäude, Kokerei Zollverein, 14.5.-29.6.2014), einer Kooperation des M:AI Museum für Architektur und Ingenieurkunst und der Stiftung Zollverein, statt. Es wurde konzipiert und durchgeführt in einer Kooperation der Stiftung Zollverein mit der Emschergenossenschaft, jugendstil – dem kinder- und jugendliteraturzentrum nrw und dem Friedrich-Bödecker-Kreis NRW.

„Picknick im Park“ wird finanziert mit Mitteln der Stiftung Zollverein und der RAG-Stiftung sowie mit Mitteln des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport und der Emschergenossenschaft.

Die Zeche Carl unterstützte das Projekt durch die Bereitstellung von Räumen für drei der vier Werkstatttage.

 

Die Exkursion

Den Einstieg in die Schreibwoche bildete eine dreiteilige Exkursion, in deren Rahmen die Jugendlichen verschiedene Aspekte in Bezug auf Industrie und Natur auf dem Areal des Welterbes kennenlernen konnten:

  • Führung 1: Denkmalpfad ZOLLVEREIN®
  • Führung 2: Naturführung der NABU-Regionalstelle Ruhrgebiet
  • Führung 3: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Stoppenberger Baches (Emschergenossenschaft)

 

Die WAZ Essen berichtete über das Projekt:

"Bereits am zweiten Buch, „Grenzgänger“, schrieben auch die Essener mit – und berichteten in einer lebhaften Erzählung von ihren Exkursionen nach Zollverein. (…) „Man schreibt einfach drauf los“, erklärt Schüler Leon Schuster (17), „und am Ende glättet man dann die Kanten.“ Sarah Jarkas (17) ergänzt: „Man muss sich natürlich absprechen. Und vorher natürlich Ideen sammeln.“"

(den kompletten Artikel finden Sie hier)

Impressionen von den Exkursionen und Werkstätten (Fotos: Frank Vinken)

 

Die Erzählung

Entstanden ist die Erzählung „Picknick im Park“, die fantastische und realistische Elemente vereint. Sie wird im Juni 2014 gemeinsam mit dem im Projekt „Quer durch die Städte schreiben“ entstandenen Roman „Grenzgänger. Ein Ruhrpott-Roadmovie“ in Buchform veröffentlicht.

Eigentlich ist es ein ganz normaler Tag auf dem Welterbe Zollverein. Lukas, Gitarrist der Black Swaggies und Naturexperte, führt eine Gruppe von Schülern durch den ZOLLVEREIN® Park, um ihnen über den Umbau des Stoppenberger Bachs zu berichten und die Bienenstöcke zu zeigen, die der Naturschutzbund auf dem Dach des Unternehmenssitz der RAG Montan Immobilien GmbH aufgestellt hat. Später will die Klasse auf dem Areal der Zeche Zollverein an der Tafel der Kulturen teilnehmen. Doch als Brian und Tara, zwei der Schüler aus der Gruppe, die Lukas führt, plötzlich verschwinden, ändern sich die Pläne.

Die Suche nach den beiden führt tief in die Vergangenheit. Und tief in das stillgelegte Bergwerk. Dort unten ist Raum für Spannung und Romantik, aber auch für die Heilige Barbara, Schutzpatronin der Bergleute. Und für den Geist eines verunglückten Bergmanns, den sein Schicksal sehr zornig gemacht hat …

 

 

 

Die Buchpräsentation

Die Erzählung wurde erstmals in Form einer Lesung bei der ExtraSchicht am 28. Juni 2014 auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen präsentiert.

Es folgte eine Buchpräsentation mit Lesungen und Gesprächen aus und über „Grenzgänger. Ein Ruhrpott-Roadmovie“ am 29. Juni 2014 in der Zeche Carl in Essen.

Impressionen von der Buchpräsentation (Fotos: Frank Vinken)

 

Einordnung in die Projektfamilie

„Picknick im Park“ lässt gehört mit den Projekten „Quer durch die Städte schreiben“ und „Am Fluss entlang schreiben“ und weiteren Folgeprojekten zur Projektfamilie "FlussLandStadt. Eure Heimat - euer Roman". Grundidee ist jeweils die Auseinandersetzung der jugendlichen Teilnehmer mit der eigenen Region oder Stadt.

Die in „Am Fluss entlang ...“ und „Quer durch die Städte ...“ entstandenen Romane sind durch Überschneidungen in der Personenkonstellation verknüpft. Nebenfiguren aus dem ersten Roman werden zu Hauptfiguren im zweiten Roman und umgekehrt. Auch in „Picknick im Park“ taucht mit Lukas, dem Gitarrist der „Black Swaggies“, der bereits in den Romanen „Stromabwärts. Ein Emscher-Roadmovie“ und „Grenzgänger. Ein Ruhrpott-Roadmovie“ als Nebenfigur eine Rolle spielte, eine bereits bekannte Person wieder auf.