Täglich bewegen wir uns durch die eigene Stadt. Aber kennen wir sie wirklich? Sehen wir richtig hin? Oder gibt es vielleicht doch noch jede Menge unentdeckter Orte in unserer eigenen Stadt? Mit dem Projekt „Quer durch die Städte schreiben“ gehen wir gemeinsam mit rund 60 Jugendlichen und zwei professionellen Autoren auf Entdeckungsreise. Wir suchen die verbotenen, die vergessenen, die unsichtbaren Orte mitten in der Stadt. "Quer durch die Städte schreiben" ist Teil der Projektfamilie "FlussLandStadt. Eure Heimat - euer Roman". 2014 kam das Projekt unter die besten 10 des Rauskommen!-Wettbewerbs des BJKE.

 

Die Idee

"Quer durch die Städte schreiben" ist ein Kooperationsprojekt von jugendstil - dem kinder- und jugendliteraturzentrum nrw (Projektträger) mit dem Friedrich-Bödecker-Kreis NRW, der Emschergenossenschaft und der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung NRW. In jeder der sechs teilnehmenden Städte wird das Projekt zusätzlich durch kommunale Partner unterstützt. Im Nachfolgerprojekt von „Am Fluss entlang schreiben“ machten sich wieder Jugendliche verschiedener Städte im Ruhrgebiet auf, ihr eigenes Umfeld literarisch zu erkunden. Ergebnis ist wieder ein gemeinsamer Roman, den die Jugendlichen sukzessive, Kapitel für Kapitel, über die kommunalen Grenzen hinweg entwickelten und schrieben.

Sechs Ruhrgebietsstädte (Witten, Bochum, Gelsenkirchen, Dortmund, Castrop-Rauxel und Unna) waren Etappen des interkommunalen Schreibwerkstättenprojekts. Sie sind zugleich auch Orte, an denen der Roman spielt, den die 66 Jugendlichen aus diesen Städten unter der Leitung der Autoren Inge Meyer-Dietrich und Sascha Pranschke sowie der Projektleiterin Sarah Meyer-Dietrich schrieben. So eigneten sich die Jugendlichen die Orte durch die literarische Auseinandersetzung an, erschrieben sie sich. Andererseits sind es eben gerade diese ungewöhnlichen Orte, die genug Stoff und Geheimnis für eine spannende Erzählung boten und die Fantasie der jugendlichen Autoren anregten.

Der entstandene Roman "Grenzgänger. Ein Ruhrpott-Roadmovie" bildet einen Nachfolgeband von "Stromabwärts. Ein Emscher-Roadmovie", der Ergebnis von "Am Fluss entlang schreiben" war.

Ansprechpartnerin

Dr. Sarah Meyer-Dietrich (Projektleitung)

Partner

"Quer durch die Städte schreiben" ist ein Kooperationsprojekt von "jugendstil – dem kinder- und jugendliteraturzentrum nrw“ mit dem Friedrich-Bödecker-Kreis NRW, der Emschergenossenschaft und der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung NRW.

Es wird gefördert mit Sonderprojektmitteln des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport sowie mit Mitteln der Emschergenossenschaft, der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung NRW und Zuschüssen kommunaler Kooperationspartner.

In jeder Stadt beteiligen sich kommunale Partner finanziell und durch die Bereitstellung von Räumlichkeiten und Experten. Diese kommunalen Partner sind: die Stabsstelle Stadtentwicklung der Stadt Witten, das Kulturforum Witten, das Referat Stadtplanung der Stadt Gelsenkirchen, das Kulturbüro der Stadt Bochum, die Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung der Stadt Castrop-Rauxel, das Kulturbüro der Stadt Dortmund und Kulturbetriebe der Kreisstadt Unna, Bereich Kultur.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Buch

Im Juni 2014 erscheint der Roman, den die Jugendlichen geschrieben haben, unter dem Titel "Grenzgänger. Ein Ruhrpott-Roadmovie" im Klartext Verlag.

Eigentlich will Max nur mal eben ihren Kumpel Recep in Witten besuchen. Aber da trifft sie seinen Mitbewohner Michael, der nicht nur unverschämt gut aussieht, sondern auch noch Geister beschwören kann. Und der schließlich die Schuld daran trägt, dass Max sich auf die Suche nach ihrem leiblichen Vater macht. Eine abenteuerliche Reise quer durch den Ruhrpott beginnt: von Witten über Gelsenkirchen, Bochum, Castrop-Rauxel und Dortmund nach Unna.

Getrieben wird Max aber nicht allein von der Frage nach ihrer Herkunft, sondern auch von ihrer Angst vor einem bedrohlichen Fremden. Verfolgt er Max oder bildet sie ihn sich bloß ein? Und ausgerechnet jetzt muss auch noch Max’ Liebesleben verrückt spielen.

Unterwegs im Pott sind auch die Frösche Ozzy und Steve  – auf der Suche nach einem Meer mitten im Ruhrgebiet. Und dann ist da noch Hund Brutus, der durch die Städte geistert. Weil Totgeglaubte manchmal eben länger leben.

Spannend, gruselig, manchmal traurig, oft romantisch und immer wieder witzig haben 66 Jugendliche aus der Region ein Ruhrpott-Roadmovie geschrieben. Der Nachfolgeroman von „Stromabwärts. Ein Emscher-Roadmovie“ verspricht ein Wiedersehen mit alten Bekannten – nicht zuletzt mit der Emscher. Obendrauf gibt’s als „Bonus-Track“ die Erzählung „Picknick im Park“ – rund um das Welterbe Zollverein in Essen.

 

Sarah Meyer-Dietrich / Sascha Pranschke / Inge Meyer-Dietrich (Hg.): Grenzgänger. Ein Ruhrpott-Roadmovie
188 Seiten,, Abb., broschiert,
Ladenpreis: 9,95 €,
ISBN 978-3-8375-1207-6
Bestellen Sie das Buch hier.

 

Buchpräsentation

Die Veröffentlichung von "Grenzgänger. Ein Ruhrpott-Roadmovie" wurde durch eine Buchpräsentation mit Lesungen und Gesprächen am 29. Juni 2014 in der Zeche Carl in Essen begleitet.

Bereits am Vortrag wurde die Bonuserzählung "Picknick im Park" aus dem gleichnamigen Projekt erstmals in Form einer Lesung bei der ExtraSchicht auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen präsentiert.

Impressionen von der Buchpräsentation (Fotos: Frank Vinken)

 

Prämierung

2014 kam das Projekt unter die besten 10 Projekte beim Rauskommen!-Wettbewerb der BJKE. Stellvertretend halten zwei der Teilnehmerinnen (siehe Foto) die Urkunden in Händen.

"Rauskommen! - Der Jugendkunstschuleffekt" ist ein Innovationswettbewerb des bjke unter der Schrimherrschaft der Bundesjugendministerin und gefördert vom Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. „Rauskommen!“ will dezentralen, mobilen, partizipatorischen, inkludierenden Projekten und Angeboten eine öffentliche Plattform geben. Die Akteure und Anbieter müssen sich dabei – geografisch oder mental – bewegt haben: an neue Orte, durch ungewöhnliche Formate, zusammen mit bislang unerreichten, bildungshungrigen Kindern und Jugendlichen oder in virtuellen, jungen Lebensrealitäten. Wenn das gelingt, wird der „Jugendkunstschuleffekt“ modellbildende Realität. 


 

 

 

 

Projektdokumentation

Oktober 2013: Erfolgreicher Auftakt in Essen

Am 17.10.2013 trafen sich je zwei Jugendliche aus jeder der teilnehmenden Städte als Vertreter ihrer jeweiligen Gruppen in den Räumlichkeiten der Emschergenossenschaft. Ihre Mission: Sich den ersten groben roten Faden für den Roman zu spinnen, der als Nachfolger von "Stromabwärts. Ein Emscher-Roadmovie" im Rahmen der Quer-durch-die-Städte-schreiben-Wochen im Herbst 2013 entstehen wird.

Gemeinsam mit den Werkstättenleitern Inge Meyer-Dietrich und Sascha Pranschke, sowie der Projektleiterin Sarah Meyer-Dietrich, sammelten die Jugendlichen aus Witten, Gelsenkirchen, Bochum, Castrop-Rauxel, Dortmund und Unna jede Menge Ideen. Schnell wurde deutlich: Die Jugendlichen wollten im neuen Roman wieder die eine oder andere Figur auftauchen lassen, über die ihre Projektvorgänger in "Am Fluss entlang schrieben" geschrieben hatten. Dabei sollen aber die zentralen Helden aus "Stromabwärts" zu Nebenfiguren werden, während die bisherigen Nebenfiguren als Protagonisten des neuen Romans mehr in den Vordergrund rücken.

 

Wie ging es weiter?

Am 8.11.2013 ging es so richtig los. Woche für Woche schrieben sich die SchülerInnen durch die Städte und reichten das Kapitel beim Schichtwechsel weiter. In jeder Stadt bestand die Schreibwoche jeweils aus einem Auftaktworkshop (Freitag), an dem gemeinsam mit Experten verbotene, vergessene oder einfach unsichtbare Orte mitten in der Stadt entdeckt und erkundet wurden. Es folgten je vier Schreibwerkstättentage (Samstag, Montag, Dienstag, Mittwoch), in denen die Jugendlichen einer Stadt (jeweils rund 10 Teilnehmer) gemeinsam und mit Unterstützung von Inge Meyer-Dietrich und Sascha Pranschke ihre Kapitel entwickelten und schrieben. Am Freitag darauf erfolgte jeweils der Schichtwechsel, bei dem die Jugendlichen das Kapitel persönlich an die nächste Stadt weiterreichten.

Blog-Beitrag Nr. I über "Quer durch die Städte schreiben" im Blog der RWE Stiftung: Vom Neu-Entdecken.

Blog-Beitrag Nr. II über "Quer durch die Städte schreiben" im Blog der RWE Stiftung: Vom Unterwegssein.

Blog-Beitrag Nr. III über "Quer durch die Städte schreiben" im Blog der RWE Stiftung: Vom Erfinden.

Foto: Frank Vinken, 2013

 

1. Station: Witten (8.11.-13.11.2013)

Exkursion: Verborgene Orte in Wittens Innenstadt – gegensätzlich und doch verbunden, am Rand und doch mittendrin: Unsere Exkursion begann mit dem Aufstieg auf den Helenenturm. Im Haus Witten erfahren wir nicht nur spannende Geschichten über die Historie des Hauses selbst, sondern auch über den Helenenturm. Schließlich beenden wir unser Tour am Bahnhof. Hier blicken wir allerdings hinter die Kulissen, in die verlassenen Räume des Bahnhofs, die normalerweise keiner zu Gesicht bekommt. Die Exkursion leiten Vertreter der Stabsstelle Stadtentwicklung und des Kulturforums.

Kommunale Kooperationspartner: Stabsstelle Stadtentwicklung der Stadt Witten, Kulturforum Witten

Beteiligte Schulen: Otto-Schott-Realschule, Schiller-Gymnasium

 

Über das Projekt:

„Wir möchten Schreibfreude wecken und fördern“, sagt Leiterin Sarah Meyer-Dietrich. „Außerdem sollen die Jugendlichen Orte ihrer Stadt neu entdecken, sich die Stadt durchs Schreiben aneignen.“  (...) Besonders die Identifikation mit den Heimatstädten interessiert auch Mit-Organisator Ralph Hiltrop von der Stadtentwicklung: „Dadurch werden viele sicher das erste Mal hinterfragen, wo und wie sie hier eigentlich leben“, sagt er. (...) In Witten werden die Jugendlichen den Helenenturm, das Haus Witten und den Bahnhof in den Roman einflechten.

aus den Ruhrnachrichten Witten vom 2.11.2013. Zum kompletten Artikel von Tim Stobbe geht es hier.

"Eigentlich sollten an diesem Projekt Kinder mehrerer Schulen teilnehmen, aber, wie Leiterin Sarah Meyer-Dietrich schmunzelt, es waren zwölf von 13 freien Plätzen schon nach dem Besuch der Otto-Schott-Realschule besetzt, so groß war das Interesse bei den 21 Schülern der 9. Klasse."

aus der WAZ Witten vom 10.11.2013. Zum kompletten Artikel von Steffen Hamann geht es hier.

"Melisse Camci (14) hat jetzt Lust bekommen, öfter mal ein Buch zu lesen. Tugce Körduman (14) hat das Schreiben für sich entdeckt. Allein das ist schon ein schöner Erfolg, den das literarische Projekt verbuchen kann, in dem Jugendliche aus verschiedenen Ruhrgebietsstädten gemeinsam einen Roman schreiben."

aus den Ruhrnachrichten Witten vom 14.11.2013.

Über das Buch:

">Wir haben in Kleingruppen geschrieben<, erzählt Anna Sieger (15). >Und das war viel cooler als im Deutschunterricht einen Schulaufsatz zu schreiben.< Aus verschiedenen Handlungssträngen – beobachtet aus der Innen- und Außensicht, manchmal auch in der Ich-Form – setzt sich das Roadmovie zusammen."

aus den Ruhrnachrichten Witten vom 5.8.2014. Zum kompletten Artikel geht es hier.

">Unsere Familien waren richtig stolz<, sagt die 15-jährige Tugce Kördumann. >Und wir auch<, so die drei Autorinnen. Tugce, Anna Sieger und Cansu Bosnak haben sich mit zehn anderen Kids vier Tage lang nach der Schule in der Bibliothek zum Schreiben getroffen."

aus der WAZ Witten vom 5.8.2014.

Einen weiteren Artikel der WAZ Witten (vom 30.7.2014) über den Roman finden Sie hier.

 

Auch auf den Hompages der Stadt Witten und der Otto-Schott-Realschule gibt es kleine Berichte.

Kleines Fotoalbum auf der Facebook-Seite von Haus Witten.

Orte in Witten inspirieren zu gruseligen Romanelementen (Fotos: Frank Vinken, 2013)

 

2. Station: Gelsenkirchen (15.11.-20.11.13)

Am 15.11. erfolgte in Gelsenkirchen der Schichtwechsel. Die Wittener Teilnehmer überreichten den Gelsenkirchenern hierzu eine Ruhrgebietslandkarte als symbolischen Staffelstab. Ort der Übergabe: die Kaue der Zeche Westerholt.

Wittener und Gelsenkirchener wurden zum Gelsenkirchener Auftakt (der gleichzeitig Abschluss für die Wittener ist) von Experten durch das "Geisterbergwerk" Westerholt, eine Zechenbrache, geführt. Leiter der Exkursion waren Uwe Neukirchen vom Referat für Stadtplanung der Stadt Gelsenkirchen und die beiden ehemaligen Bergleute Herr Steffens und Herr Kopatz. Wer das verlassene Bergwerk nicht kennt, kann sich in diesem Youtube-Video selbst einen Eindruck verschaffen.

Kommunaler Partner: Referat für Stadtplanung der Stadt Gelsenkirchen

Beteiligte Schule: Hauptschule am Eppmannsweg

 

Beitrag in der WDR Lokalzeit Ruhr zu "Quer durch die Städte schreiben":

 

"Das Gelände der Zeche Westerholt lernten die zehn Jugendlichen, allesamt Neunklässler der Schule am Eppmannsweg, im Rahmen einer Führung kennen. Mit dabei waren auch die jungen Autoren aus Witten, die im Anschluss ihr erstes Kapitel des Romans vorlasen und damit den Staffelstab weiter gaben."

aus der WAZ Gelsenkirchen-Buer vom 21.11.2013. Zum kompletten Artikel geht es hier.

"Quer durch die Städte schreiben" auf der Homepage der Stadterneuerung Gelsenkirchen.

Einen sehr schönen Bericht mit vielen Fotos auf der Homepage des Vereins Gelsenkirchener Geschichten e.V. finden Sie hier.

Schichtwechsel in der "Geisterzeche" Westerholt - geschrieben wird direkt nebenan, im Projektbüro Westerholt (Fotos: Frank Vinken, 2013)

 

3. Station: Bochum (22.11.-27.11.13)

Am 22.11. übernahmen die Bochumer Teilnehmer die nächste Schicht im Projekt "Quer durch die Städte schreiben". Gemeinsam mit Exkursionsleiterin Prof. Dr. Martina Oldengott (Emschergenossenschaft) erkundeten die Bochumer und Gelsenkirchener Quer-durch-die-Städte-Schreiber verborgene Orte am Marbach in Bochum-Hamme: zwischen Umweltskandal und mittelalterlichen Mauern. Der Marbach inspirierte die Teilnehmer dazu, als neue Protagonisten des Romans einige fantastische Wassergeister zu erschaffen.

Kommunaler Partner: das Kulturbüro der Stadt Bochum

Beteiligte Schule: Heinrich-Böll-Gesamtschule

 

Über das Projekt:

"Die Geschichte enthält nicht nur ruhrgebietstypische Orte und viele fantasievolle Wesen, wie die Meerjungfrauen aus dem Marbach, sondern ist durchaus auch interkulturell."

aus den Ruhrnachrichten Bochum vom 28.11.2013. Zum kompletten Artikel geht es hier.

Über den Roman:

">Wir kommen alle selber aus dem Ruhrgebiet und kennen die Handlungsorte. Dadurch wird die Geschichte authentisch<, sagt Anna (15) aus Hamme. Den Marbach würden sicher viele Anwohner kennen und sich deshalb in die Handlung gut einfühlen können, so die Schülerin. An markigen Kapiteltiteln wie „Chill mal dein Leben“ oder den Passagen über die immer suchenden und launig kommentierenden Frösche Ozzy und Steve kommt der raue Charme der Region besonders zum Tragen."

aus den Ruhrnachrichten Bochum vom 9.8.2014. Zum kompletten Artikel geht es hier.

 

Der Marbach als Inspirationsquelle ... z.B. für eine Meerjungfrau (Fotos: Frank Vinken, 2013)

 

4. Station: Castrop-Rauxel (29.11.-04.12.13)

Am 29.11. fand der Schichtwechsel zwischen Bochum und Castrop-Rauxel statt. Der Ort, den wir dafür besuchten, war die JVA Castrop-Rauxel. Weiterer Exkursionspunkt: das Hochwasserrückhaltebecken in unmittelbarer Nähe der JVA. Die Exkursionsleiter Martin Oldengott (Leiter der Stadtentwicklung Castrop-Rauxel) und Uwe Patzak (JVA) wussten viel zu berichten. Mit jeder Menge Infos über das "Meer in Castrop-Rauxel" und den "schönsten Knast in NRW" als Rohmaterial ausgerüstet machten sich die Castroper dann am 30.11. direkt ans Planen und Schreiben ihres Kapitels.

Kommunaler Partner: Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung der Stadt Castrop-Rauxel

Beteiligte Schule: Ernst-Barlach-Gymnasium, Jugendclub des Westfälischen Landestheaters

 

Über das Projekt:

"Sie sitzen an einem langen Tisch in der Justizvollzugsanstalt in Ickern, vor sich ihre Laptops, nur wenige ganz altmodisch mit Zettel und Stift. Konzentrierte Blicke auf das, was auf ihren Bildschirmen geschrieben steht. Zehn Jugendliche von 13 bis 18 Jahren schreiben gemeinsam am Kapitel Castrop-Rauxel des Ruhrgebietsromans Quer durch die Städte schreiben."

aus den Ruhrnachrichten Castrop-Rauxel vom 04.12.2013.

Über den Roman:

"Dass nicht nur ein Autor am Werk war, merkt man beim Lesen natürlich trotzdem: „Wir haben absichtlich keine Vorgaben gemacht, was den Stil angeht. Beim Vorgänger-Roman ,Stromabwärts' habe ich aber von vielen Lesern gehört, dass die Unterschiede das Lesen spannend machen“, sagt Sarah Meyer-Dietrich, Projektleiterin. Der sprachliche Stil ist jedoch nicht das einzige Element, das Spannung bringt: Wird Max ihren leiblichen Vater finden? Wen erschreckt der Geisterhund? Und finden die Frösche Ozzy und Steve das Meer?"

aus den Ruhrnachrichten vom 01.08.2014.

Schichtwechsel in der Justizvollzugsanstalt Castrop-Rauxel - spannendes Roman-Material (Fotos: Frank Vinken, 2013)

 

5. Station: Dortmund (6.12.-11.12.2013)

Am 6.12.2013 trafen vierzehn Schüler und Schülerinnen der Wilhelm-Busch-Realschule Dortmund im Gartenverein Bolmke auf zehn Jugendliche aus Castrop-Rauxel. Die Castroper hatten wertvolle Ware im Gepäck: ein gemeinsam verfasstes Romankapitel. In Dortmund übernahm Oberbürgermeister Ullrich Sierau die Exkursion und führte die Jugendlichen an einen imaginären Ort. Ullrich Sierau ist Mitglied der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung NRW, die das Projekt als Kooperationspartner unterstützt, und kennt sich als Stadt- und Raumplaner mit der Gestaltung von Städten bestens aus.

Der Ort, den Sierau ausgewählt hatte, ist in der Tat außergewöhnlich: ein Emscher-See, geplant in der 30er-Jahren in der Bolmke, aber nie realisiert. Trotzdem diente der See, so erfuhren die jungen Autoren, letztlich dem Phönixsee als Vorbild, der unweit der Emscher angelegt wurde angelegt wurde. Auf einer Emscher-Brücke mitten in der Bolmke blieb Sierau stehen und wies nach oben: "Und da oben, müsst ihr euch vorstellen, ist die Wasseroberfläche." Mitten in diesem See also, einige Meter unter der Wasseroberfläche, überreichten die Castroper den Jugendlichen aus Dortmund einen Ruhrgebietsplan, der symbolisch den Schichtwechsel andeutete. Trotzdem, und auch trotz Tief Xaver, kam die Exkursionsgruppe trockenen Fußes wieder im Vereinsheim in der Bolmke an.

Kommunaler Partner: Unterstützt wird die Dortmunder Etappe vom Kulturbüro der Stadt Dortmund.

Beteiligte Schule: Wilhelm-Busch-Realschule

 

"Und die Dortmunder haben jetzt ihrerseits angefangen, ein Kapitel für den gemeinsamen Roman zu schreiben. Als Inspiration für das eigene Kapitel diente eine Exkursion. Oberbürgermeister Ullrich Sierau leitete die Exkursion (...)."

aus den Ruhrnachrichten Dortmund vom 11.12.2013.

"Weil es sich um das vorletzte Kapitel handelt, standen die Busch-Schüler vor der Aufgabe, die Handlungsstränge auf die Zielgerade zu führen. Und damit hatten sie zusammen mit Projektleiterin Sarah Meyer-Dietrich und den Autoren Sascha Pranschke und Inge Meyer-Dietrich viel zu tun. Denn die Handlung hatte sich recht komplex entwickelt."

aus den Ruhrnachrichten Dortmund vom 14.12.2013.

 

OB Ullrich Sierau führt die Jugendlichen an einen Ort, der die Fantasie anregt: an den See, den es nie gab! (Fotos: Frank Vinken, 2013)

 

6. Station: Unna (12.12.-18.12.2013)

Am 13.12. übernahmen die Unnaer die letzte Schicht in "Quer durch die Städte schreiben", um das Finale des Romans zu bestimmen. Wir erkundeten gemeinsam mit dem Ortsheimatpfleger Josef Cornelissen und Anna Morbach von den Kulturbetrieben Unna verborgene Orte am Haus Heyde: zwischen Ruinen und uralten Bäumen. Haus Heyde ist ein altes Wasserschloss aus dem 17. Jahrhundert, das 1966 abgerissen wurde. Markierungsstäbe im Boden zeigen die immensen Ausmaße des Herrenhauses an. Von der ehemaligen Brücke über die Gräfte existiert nur noch ein Kantstein. Die Allee gibt als Zufahrt zum Gut noch einen Eindruck vom herrschaftlichen Status des Hauses. In unmittelbarer Nähe finden sich außerdem die dickste Platane NRWs, der Champions Tree und der ehemalige Friedhof, auf dem noch Reste von Gruften erkennbar sind.

Kommunaler Partner: Kulturbetriebe der Kreisstadt Unna, Bereich Kultur

Beteiligte Schule: Geschwister-Scholl-Gymnasium

 

Über das Projekt: 

"Gestern recherchierten die Nachwuchsautoren vor Ort - heute schon schreiben sie das Finale des Buches, an dem Schüler aus dem gesamten Ruhrgebiet mitwirken. (...) Der Rote Faden, der sich durch die Geschichte zieht, ist die Suche der 18-jährigen Max nach ihrem leibliche Vater. Ihre Recherchen führen sie durch die einzelnen Städte des Romanprojekts."

aus dem Hellweger Anzeiger Unna vom 14.12.2013.

"Dass das Schreiben eine feingliedrige Arbeit ist, das haben die Schüler in den vergangenen Tagen in so manchem Arbeitsschritt erleben müssen und dürfen. Spaß gemacht hat es trotzdem, die Sätze wieder umzustellen und sich andere Formulierungen zu überlegen. Immer wieder prüften die Schüler, ob die Handlung logisch aufgebaut und für den Leser nachvollziehbar ist."

aus dem Hellweger Anzeiger Unna vom 19.12.2013.

Über den Roman:

"Eine Gruppe junger Leute steigt „irgendwo am Rande Unnas“ aus einem Linienbus. Dichter Nebel wabert aus dem Wald, die Gruppe sucht einen geheimnisvollen Baum... Ein wenig gruselig ist das, was sich acht GSGSchüler im vergangenen Herbst ausgedacht haben."

aus dem Hellweger Anzeiger Unna vom 12.08.2014.

Letzte Station: Unna (Fotos: Frank Vinken, 2013)

 

Ortsheimatpfleger Cornelissen zeigt die Überreste eines Wasserschlosses und die dickste Platane NRWs, für das große Romanfinale (Fotos: smd)

 

Februar 2014: Abschlussredaktionskonferenz in Essen

Am 14. Februar 2014 trafen sich die je zwei Abgeordneten aller sechs teilnehmenden Städte wieder in den Räumlichkeiten der Emschergenossenschaft in Essen. Drei Monate zuvor hatten sie sich zum Auftakt des Projekts hier getroffen, um gemeinsam Ideen für einen roten Faden des interkommunalen Romans zu entwickeln. Nun konnten sie auf Wochen kreativer und spannender Arbeit zurückblicken. Und auf rund 170 Manuskriptseiten. 

In der Abschlussredaktionskonferenz diskutierten die Delegierten Titelvorschläge und Coverideen für ihr Werk, gaben Feedback und resümierten noch einmal die Ereignisse der letzten Wochen.

Der Roman erscheint voraussichtlich im Sommer im Klartext Verlag. Mehr Infos bald hier.

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